Sonntag, 4. November 2012

Unterwegs als Geisterfahrer



30.10.2012

Einen Tourauftakt, wie man sich ihn besser kaum vorstellen kann, legte ASP am Dienstag in der Oberhausener Turbinenhalle hin. Der Abend begann mit der Vorband 'Mantus' die auf ihren Alben einen herrlich einfühlsamen Klang und Gesang versprechen, doch auf der Bühne hat man in dieser recht großen Halle nicht viel gemerkt. Der Bass überspielte zu sehr den Gesang der Sängerin Chiara Amberia, sodass dieser beinahe kaum mehr richtig zur Geltung kam, obwohl sich Mantus immer durch die Liedtexte und den Gesang auszeichnete. Bei altbekannten Liedern wie 'Kleiner Engel flügellos' lief einem regelrecht ein kalter Schauer über den Rücken, weil der Zauber des Liedes, den man auf der CD spürt, einfach total fehlte.


 Einen weiteren Minuspunkt gab es durch die Nebel- und Lichttechnik, denn des öfteren war das Frontlicht nicht stark genug, um die Menschen auf der Bühne vernünftig auszuleuchten und so verschwanden sie teilweise im Nebel. Man hatte das Gefühl, es läge ein nebliger Schleier über den Augen. Im Großen und Ganzen war das für 'Mantus' echt schade. Nach einer Umbaupause, betraten endlich ASP die Bühne und die Stimmung in der Halle wendete sich um 180 Grad, denn als großes Intro gab es einen Song vom neuen Album 'Geisterfahrer', das erst am 16.11. offziell erscheint. Da die ganze Tour aber ohnehin unter dem Namen der neuen CD läuft, konnte man ein paar neue Tracks erwarten. Als zweitem Song, gab es dann das 'Welcome', das vom Album 'Weltunter' (2003) stammt und einen krassen Kontrast zum brandneuen Album bot. Die Auswahl der Titel, die gespielt wurden zeigten insgesamt die Vielfalt der Band, wie sie im Laufe der Jahre entstanden ist. Der Wechsel von neuen und alten Liedern erschien dabei aber keinesfalls ungeschickt, stattdessen griffen die Songs teilweise auch thematisch ineinander über, sodass während des ganzen Auftrittes eine gewisse Harmonie entstand. Ein Liebeslied-Zyklus zum Beispiel beinhaltete erneut ein brandneuen Track vom 'Geisterfahrer'-Album.

Als ASP von der Bühne ging rief die ganze Menge den altbekannten Satz: „Wir wollen brennen!“ und die Musiker kehrten zurück, um eine wahnsinns Zugabe zu spielen, in der das Lied 'Ich will brennen' natürlich nicht fehlen durfte. Allerdings bestand das Highlight der Zugabe darin, dass sich ASP für 'Rücken an Rücken' eine junge Frau auf die Bühne holte, um mit ihr tatsächlich Rücken an Rücken und Hand in Hand auf der Bühne zu stehen. Zunächst wirkte sie sehr schüchtern, was das Publikum aber nicht bemerkte, da sie alle mit dem Rücken zur Bühne standen, wie es bei dem Song mittlerweile üblich ist. Dies wird wohl ein Moment sein, den sie niemals vergessen wird. Nach einer sehr sehr langen Zugabe verabschiedeten sich ASP dann endgültig nach fast drei Stunden Spielzeit von der Bühne und bedankten sich herzlichst bei allen in der Turbinenhalle und ließen die Bombe platzen, dass man das neue Album an diesem Abend ganz exklusiv schon kaufen konnte, was eine letzte Euphorie auslöste und der Merchandising-Stand daraufhin regelrecht gestürmt wurde. Fazit: Auch wenn man sich die Vorband hätte sparen können, haben ASP wieder einen sehr gelungen Auftritt hingelegt und läuteten damit die 'Geisterfahrer'-Tour würdig ein. Einziges Manko: ASP ließ keine Fotos zu und auch die professionellen Fotografen durften nur aus der Menge heraus fotografieren, was bei manchen Besuchern Unmut auslöste, der sich aber durch die Atmosphäre des Konzerts schnell wieder legte.

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