Montag, 26. November 2012

Kamelot erobert Köln

                                   


18.11.2012

Mit einer kleinen Verspätung werden die Tore zur Essigfabrik geöffnet und die langhaarigen Metalfans stürmen den Saal. Lange warten? Fehlanzeige, denn die erste Vorband 'Blackguard' steht schon um 19:30 Uhr auf der Bühne und beginnen mit ihrer recht kurzen Setlist. Da der Konzertbeginn ursprünglich für 20:00 Uhr angekündigt war stehen zu dieser Zeit noch viele draußen, an der Bar oder in der Schlange zur Garderobe, jedoch war dies zumindest durch die Akkustik kein großes Problem.


Nach ungefähr einer halben Stunde bedankt sich 'Blackguard' und kündigt die weiteren Bands an, die vor Kamelot, dem Headliner, noch kommen werden. Viel Begeisterung hatten sie jedoch nicht wirklich entfacht, da sich ihre Tracks zum großen Teil, sehr sehr ähnlich angehört haben, zumindest für diejenigen, die 'Blackguard' vielleicht noch nicht kannten.


Mit weiblicher Unterstützung an Bass und Mikrophon betreten nach einer kurzen Umbaupause 'Triosphere' die Bühne und legen ohne zu Zögern los. Anstatt männlichem Shouting nun weibliche harte Klänge, die dem ganzen eine ganz neue Stimmung verleiht, was auch im Publikum spürbar wird, da nun beinahe alle mindestens ein wenig mit dem Kopf mitwippen.


Was 'Triosphere' allerdings vermissen lässt, ist die Interaktion mit der Menge, was eigentlich sehr schade ist.


Nach weiteren 40 Minuten kommt es zum zweiten Umbau und die Halle hat sich mittlerweile gut gefüllt. Als dritte und letzte Vorband betreten nun 'Xandria' die Bühne und fackeln diese ab. Der einfühlsame Sopran der Sängerin Manuela Kraller bietet einen krassen Kontrast zu den harten Klängen der Gitarren. Die Kombination reißt die Leute mit und die Stimmung in der Halle wird immer ausgelassener. Nun kommt auch auf der Bühne etwas Bewegung auf, da die Gitarristen und die Sängerin miteinander agieren und man ihnen durchaus anmerkt, dass sie Spaß an dem haben, was sie dort oben tun.


Euphorisch verlassen sie die Bühne und nun wird es hektisch. Immer mehr Leute drängen Richtung Bühne und die Techniker haben alle Hände voll zu tun, 'Xandrias' Schlagzeug und anderen Kram so schnell wie möglich abzubauen und 'Kamelots' Silverthorn zu enthüllen, der bis jetzt unter Tüchern verborgen war.


Ein ruhiges Intro erfüllt die Halle und lässt die Leute erst verstummen und dann aufjubeln, denn nun kommt das, worauf alle den ganzen Abend gewartet haben. Nach und nach betreten die Mitglieder 'Kamelots' die Bühne, bis Tommy Karevik (Sänger) auf die Bühne springt und das Konzert mit 'Rule the world' phänomenal beginnt. Über zwei Stunden hangeln sich 'Kamelot' durch eine Reihe alter Songs, wie 'Ghost opera' und ' When the lights are down' über die fantastischen neuen Songs, wie 'Sacrimony' oder 'Torn'. Zwischendurch stellt Thomas (Gitarre) das jüngste Mitglied (Tommy) vor und Köln begrüßt ihn mit würdigem Applaus und Gebrüll in der Band.


Ein Schlagzeug-, Keyboard-, und Basssolo zwischendurch lockern das Gesamte noch mehr auf und man hat wirklich den Eindruck 'Kamelot' würde schon Ewigkeiten in eben dieser Konstellation auf der Bühne stehen.


Die Zugabe endet mit dem Feuerwerk des 'March of Mephisto', bei dem Paul „Ablaze“ Zinay (Gesang bei 'Blackguard') nocheinmal auf die Bühne kommt, um Tommy zu unterstützen.


In aufgeheizter Stimmung, von der man nie genug bekommt, verlassen 'Kamelot' die Bühne und entlassen ihr begeistertes Publikum in die Nacht Kölns, in der Hoffnung, sie würden schnell wieder kommen.


Nun tourt 'Kamelot' noch ein wenig durch Europa und man darf gespannt sein, was da in Zukunft noch von ihnen kommen mag, denn mit einem neuen Sänger scheint auch eine Menge neuer Power gekommen zu sein.



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