Kamelot erobert Köln

18.11.2012
Mit einer kleinen Verspätung werden
die Tore zur Essigfabrik geöffnet und die langhaarigen Metalfans
stürmen den Saal. Lange warten? Fehlanzeige, denn die erste Vorband
'Blackguard' steht schon um 19:30 Uhr auf der Bühne und beginnen mit
ihrer recht kurzen Setlist. Da der Konzertbeginn ursprünglich für
20:00 Uhr angekündigt war stehen zu dieser Zeit noch viele draußen,
an der Bar oder in der Schlange zur Garderobe, jedoch war dies
zumindest durch die Akkustik kein großes Problem.
Nach ungefähr einer halben Stunde
bedankt sich 'Blackguard' und kündigt die weiteren Bands an, die vor
Kamelot, dem Headliner, noch kommen werden. Viel Begeisterung hatten
sie jedoch nicht wirklich entfacht, da sich ihre Tracks zum großen
Teil, sehr sehr ähnlich angehört haben, zumindest für diejenigen,
die 'Blackguard' vielleicht noch nicht kannten.
Mit weiblicher Unterstützung an Bass
und Mikrophon betreten nach einer kurzen Umbaupause 'Triosphere' die
Bühne und legen ohne zu Zögern los. Anstatt männlichem Shouting
nun weibliche harte Klänge, die dem ganzen eine ganz neue Stimmung
verleiht, was auch im Publikum spürbar wird, da nun beinahe alle
mindestens ein wenig mit dem Kopf mitwippen.
Was 'Triosphere' allerdings vermissen
lässt, ist die Interaktion mit der Menge, was eigentlich sehr schade
ist.
Nach weiteren 40 Minuten kommt es zum
zweiten Umbau und die Halle hat sich mittlerweile gut gefüllt. Als
dritte und letzte Vorband betreten nun 'Xandria' die Bühne und
fackeln diese ab. Der einfühlsame Sopran der Sängerin Manuela
Kraller bietet einen krassen Kontrast zu den harten Klängen der
Gitarren. Die Kombination reißt die Leute mit und die Stimmung in
der Halle wird immer ausgelassener. Nun kommt auch auf der Bühne
etwas Bewegung auf, da die Gitarristen und die Sängerin miteinander
agieren und man ihnen durchaus anmerkt, dass sie Spaß an dem haben,
was sie dort oben tun.
Euphorisch verlassen sie die Bühne und
nun wird es hektisch. Immer mehr Leute drängen Richtung Bühne und
die Techniker haben alle Hände voll zu tun, 'Xandrias' Schlagzeug
und anderen Kram so schnell wie möglich abzubauen und 'Kamelots'
Silverthorn zu enthüllen, der bis jetzt unter Tüchern verborgen
war.
Ein ruhiges Intro erfüllt die Halle
und lässt die Leute erst verstummen und dann aufjubeln, denn nun
kommt das, worauf alle den ganzen Abend gewartet haben. Nach und nach
betreten die Mitglieder 'Kamelots' die Bühne, bis Tommy Karevik
(Sänger) auf die Bühne springt und das Konzert mit 'Rule the world'
phänomenal beginnt. Über zwei Stunden hangeln sich 'Kamelot' durch
eine Reihe alter Songs, wie 'Ghost opera' und ' When the lights are
down' über die fantastischen neuen Songs, wie 'Sacrimony' oder
'Torn'. Zwischendurch stellt Thomas (Gitarre) das jüngste Mitglied
(Tommy) vor und Köln begrüßt ihn mit würdigem Applaus und Gebrüll
in der Band.
Ein Schlagzeug-, Keyboard-, und
Basssolo zwischendurch lockern das Gesamte noch mehr auf und man hat
wirklich den Eindruck 'Kamelot' würde schon Ewigkeiten in eben
dieser Konstellation auf der Bühne stehen.
Die Zugabe endet mit dem Feuerwerk des
'March of Mephisto', bei dem Paul „Ablaze“ Zinay (Gesang bei
'Blackguard') nocheinmal auf die Bühne kommt, um Tommy zu
unterstützen.
In aufgeheizter Stimmung, von der man
nie genug bekommt, verlassen 'Kamelot' die Bühne und entlassen ihr
begeistertes Publikum in die Nacht Kölns, in der Hoffnung, sie
würden schnell wieder kommen.
Nun tourt 'Kamelot' noch ein wenig
durch Europa und man darf gespannt sein, was da in Zukunft noch von
ihnen kommen mag, denn mit einem neuen Sänger scheint auch eine
Menge neuer Power gekommen zu sein.
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